Eins vorweg: es ist tragisch, was in Winnenden geschehen ist und die Angehörigen haben mein Beileid.
Doch die nun erneut entstehende Diskussion kann ich wieder mal nicht nachvollziehen. Natürlich war der Amoklauf gestern in den Medien extrem präsent. Zuerst hörte ich davon im Radio, dann sah ich abends einen Teil der Pressekonferenz und später zappte ich mal bei Herrn Jauch vorbei, der das Thema in SternTV natürlich auch aufgriff. Und es dauerte nur wenige Minuten, bis der entscheidende Satz fiel: Der Junge hat Counter-Strike gespielt.
Warum macht man ein Spiel zum Auslöser alles Bösen? Ich verstehe es nicht und möchte mich nun outen:
Auch ich habe CS gespielt und noch viel schlimmer: es hat Spaß gemacht!
Allen Zweiflern, die nun glauben “Das schreibt er doch nur, um Besucher auf seine Seite zu bringen. Der hat das bestimmt nie gespielt.” möchte ich kurz bestätigen, dass ich mich noch gut an das “Go go go!” und “Headshot!” erinnern kann und ich weiß auch, dass ein Camper nicht zwingend ein Mann in einem Zelt auf der Wiese sein muss.
Und trotz der oben erwähnten Tatsache überkam mich nie der Gedanke, mir gleich eine Waffe schnappen und jedem umlegen zu müssen, den ich nicht leiden kann. Und das nicht nur, weil keine Waffen im Haus waren. Es gibt genügend weitere Spiele, in denen die Hauptfigur nur ein Messer dazu braucht und das hat wohl jeder in der Küche.
Verbietet es ruhig – das macht es noch interessanter. Aber vergesst nicht, auch die Nachrichten zu verbieten. Was man da teilweise an blutrünstigen Bildern präsentiert bekommt, kann auch nicht förderlich sein für den labilen Jugendlichen. Des Weiteren müssten sämtliche Kriminalserien verboten werden, denn schönere Anleitungen kann man kaum bekommen.
Übertrieben? Nicht übertriebener, als ein Spiel verantwortlich zu machen.
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