Feb 082010

Es erreichte mich eine Mail, in deren Betreffzeile “Für Deine Hall of Fame …” stand. Sie war von Martin und enthielt einen Dateianhang. Als ich die Datei gespeicherte hatte, wusste ich nach dem Öffnen nicht so wirklich, ob ich entsetzt sein oder lachen sollte.

Strich-Acht mit komischen Anbauten


Martin hatte einen älteren Mercedes fotografiert, dessen angeschweißte Metallteile irgendwie merkwürdig aussahen. Ob der so genannte /8 (sprich: Strich-Acht) durch diese Anbauten zusammengehalten wird, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Einen anderen Zweck kann ich mir leider nicht vorstellen, es sei denn, dass es sich um Kunst handelt.

Dieser Wagen der zwischen 1968 und 1976 gebauten Baureihe W115 wird trotz seines Alters wegen genannter Anbauten und einem vermutlich auch sonst recht schlechten Gesamtzustand niemals ein H-Kennzeichen (Oldtimerzulassung) erhalten.

Der Besitzer kann froh sein, dass es in Aachen keine Umweltzone gibt – noch nicht.

Apr 112009
406 Front

Eigentlich hatten wir das Wohnmobilthema ja erst einmal abgehakt. Der Saab ist platt (somit fehlt eine Geldgrundlage) und für ein großes Wohnmobil sollte es dieses Jahr eh nicht reichen. Trotzdem behielt ich die Anzeigenmärkte im Auge und stolperte vor einigen Tagen über einen kleinen Mercedes 406 der unter 1.000 Euro angeboten wurde. Natürlich nicht ganz ohne Haken, werden die DüDos doch im Normalfall wesentlich höher gehandelt. Der Gag: er stand hier in Aachen.

406 Heck

Die Idee: kaufen, das Wichtigste instandsetzen, zulassen und schon hätte man ein Wohnmobil, das zumindest für Wochenendtrips reichen sollte und welches man mit und mit schöner machen kann, um es dann nächstes Jahr für mehr Geld zu verkaufen und sich ein größeres Modell zu holen. So weit die Theorie. In der Praxis sah das natürlich wieder anders aus. Am Telefon hörten sich die Mängel nicht so tragisch an, also wurde ein Besichtigungstermin vereinbart. Martin, selbst ehemaliger DüDo-Fahrer, fuhr mit uns hin.

406 Fenster

Der Verkäufer war ein lockerer Typ: “Alle Türen sind auf, geht ruhig mal gucken.” Gesagt, getan. Die Kinder enterten direkt den Innenraum und hatten Spaß. Martin hob Nadine in den hinten am 406 angebrachten Kasten und stellte zusammen mit meiner Frau fest, dass es sich wohl um das Kinderzimmer handelt. ;-) Wir liefen um den Wagen, krochen darunter, machten Bilder der kritischen Stellen. Während ich mit meiner Frau, die übrigens drinnen normal stehen konnte, die Aufteilung des Innenraums begutachteten, sprach Martin mit dem Besitzer die technischen Punkte an.

406 Rost

Natürlich gab es einige Baustellen am Fahrzeug, was bei dem günstigen Preis nicht anders zu erwarten war. Rost hier und da, die Bremsen mussten gemacht werden, der Lack war matt und das Schlimmste: der Hilfsrahmen war nicht mehr der beste. Nach kurzer Beratschlagung mit Martin stellten wir fest, dass es sicherlich ein lohnenswertes Projekt ist für jemanden, der Zeit und Platz hat, weiß wie man ein Schweißgerät bedient und der einfach Ahnung von diesen Fahrzeugen hat. An Zeit mangelt es sicherlich nicht, aber die anderen Punkte …

406 Kommandozentrale

Die Kinder, die abwechselnd mal hinter dem großen Lenkrad Platz nahmen, wurden wieder eingesammelt. Wir machten noch Bilder der nach Martins Aussage genialen Hubbettkonstruktion und boten dem Verkäufer an, das Fahrzeug mal in den einschlägigen Foren anzubieten. Wäre ja zu schade, wenn der DüDo sich einfach totstehen würde. Der Mann hatte erwartungsgemäß nichts dagegen und bemerkte, dass er sich halt nur wünschen würde, dass der Düsseldorfer nicht geschlachtet wird.

406 Innenausbau
406 Hubbett

Somit verliessen wir unsere erste fruchtlose Besichtigung. Ein wenig deprimiert war ich ja schon. Wäre auch zu schön gewesen, direkt vor Ort ein günstiges Fahrzeug zu finden, das mit wenigen Handgriffen wieder flott zu machen ist. Wir diskutierten noch ein wenig, ob es sich nicht doch lohnen würde, machten dann aber aufgrund des für uns doch immensen Aufwands einen Haken an die Sache. Natürlich durchforstete ich noch am gleichen Abend wieder die Anzeigenmärkte im Netz – ohne Erfolg versteht sich.

Aug 172008
Aus der Entfernung schön

Nach meinem ersten Erlebnis bei der Suche nach einem VW Käfer und der damit verbundenen Erkenntnis, dass man einen Tag später schon verloren haben kann, entdeckte ich letztes Wochenende erneut einen Käfer in einem lokalen Anzeigenblatt. Allerdings auch erst am Samstag (das Blättchen erscheint freitags). Trotzdem war ich guter Dinge, denn der Wagen war bei den wenigen Fahrzeugen ohne Preisangabe gelistet, die erst am Ende des Fahrzeugteils kommen. Die Anzeige war, obwohl kostenlos, kurz und knapp:

“VW Käfer 1303, Oldtimer, Bj. 74, TÜV 05/2010, VS, Tel. …”

1303 Heck

Also rief ich am Abend die angegebene Festnetznummer an. Es klingelte eine ganze Weile und als ich gerade auflegte, meldete sich jemand am anderen Ende der Leitung – zu spät. Ich versuchte es noch zwei mal ohne Erfolg, aber rund eine Stunde später erreichte ich eine ältere Dame, die sich direkt entschuldigte. Sie sei krank und ich solle doch ihren Neffen anrufen, der sich um alles kümmere. Sie gab mir eine Handynummer, die ich im Anschluß an das Telefonat direkt wählte.

Lackfehler

Der Neffe war sehr freundlich und die Informationen vielversprechend: Erster Hand, damals neu gekauft, immer in Fachwerkstatt, bis vor 1,5 Jahren immer in der Garage gestanden, etc. Verkaufsgrund sei das Alter (über 80) seiner Großtante, die aufgrund der mangelnden Servolenkung mittlerweile Probleme mit dem Käferfahren hätte. Natürlich gäbe es auch ein, zwei Roststellen – ganz normal bei diesen Fahrzeugen. Die Preisvorstellung lag bei rund 2.000,- Euro, was für mein Budget erst einmal zu viel war. Er bot an, den Wagen unverbindlich zu besichtigen und ihn bei Interesse zu kontaktieren. Er käme dann vorbei und man könnte mal eine Runde fahren.

Noch mehr Rost und Farbe

Vor Ort angekommen, machte der Wagen aus der Ferne einen guten Eindruck. Je näher man allerdings kam, desto mehr Schwachstellen fielen auf. Es gab ausgeblichene Stellen, an anderen wurde einfach mit gelber Farbe über schadhafte Stellen drüber gesprüht. So z. B. an den Türunterkanten, beim Übergang von der Seitenwand zum Kotflügel, an den Fensterdichtungen – überall wurde einfach Farbe draufgeschmiert. Vielleicht nicht der richtige Weg. Die Trittbretter waren ein Fall für den Schrott. Dazu gab es etliche kleine Beulchen, die bei einem 34 Jahre alten Wagen sicherlich nicht ausbleiben, aber die sich bei dem aufgerufenen Kurs nicht positiv auf den Gesamteindruck auswirkten.

Dick Farbe drauf

Da die Substanz sonst jedoch recht gut war (Schweller, Boden, etc.) wählte ich die Nummer des Neffen, um den Preis vielleicht ein wenig in Richtung unseres Budgets zu drücken. Leider erfolglos, ich erreichte nur eine Mailbox. Und das 2 Tage lang. Merkwürdig. Nach einem Tag tauchte der Wagen dann für 2.200,- Euro (steigen die täglich im Wert?) bei Autoscout auf (mit sehr geschickten Fotos, die die Schwachstellen nicht zeigten) und 2 Tage später war er schon nicht mehr online. Vielleicht hat er tatsächlich einen neuen Besitzer gefunden. Wobei das Netz voll ist mit Käfern für 2.000,- Euro. Und die anderen machen zumindest teilweise auf den Bildern einen besseren Eindruck.

Nun gut, die Suche geht weiter und ich werde berichten, sobald  sich etwas ergibt.