Nachdem ich als Kind schon in einigen recht interessanten Fahrzeugen, wie z. B. einem DS – Citroen, diversen CX, einem Chevrolet Blazer, etc., durch die Gegend kutschiert wurde, war es nach eigenen Erfahrungen mit Dreirad und Fahrrädern im Alter von 17 Jahren endlich soweit, das erste eigene motorisierte Gefährt zu pilotieren.
Nach erfolgreich abgelegter Prüfung zum 1B-Führerschein kam eine Yamaha DT 80 LC II ins Haus, von der leider keine Bilder existieren. Mit Bestehen der Klasse 3 (heute B) wurden dann erst einmal Fahrzeuge von Freunden gefahren, darunter z. B. auch ein Ascona B.
Der erste eigene Wagen war ein Geschenk des Frisörs meiner Mutter. Dieser hatte noch einen 1981er VW Passat Kombi in weiß übrig. Es handelte sich um ein Ex-Polizeifahrzeug, was der Zustand auch stark wiederspiegelte: braune Innenausstattung in desolatem Zustand, diverse Löcher sowohl im Armaturenbrett als auch im Dach (provisorisch verschlossen). Die Automatik funtkionierte nur noch in zwei Vorwärtsgängen. Aber: einem geschenkten Gaul …
Nach einigen Burnoutversuchen mit Automatikgetriebe (ich war jung und brauchte den Spaß) verabschiedete sich ein weiterer Vorwärtsgang. Somit blieben nur noch zwei Gänge übrig: vor und zurück.
Nach auftretendem Benzingeruch im Innenraum wurde der Wagen auf einer letzten halsbrecherischen Tour zum Schrottplatz befördert, wo er sicherlich noch nicht mal mehr als Teilespender taugte. R.I.P.
Als Ersatz bekam ich von meinem Vetter einen Mercedes Benz 200D (W123) in blau, da er sich einen stärkeren 240D zugelegt hatte. Der 123-Benz bot einen aus dem Passat nicht bekannten Komfort. Man nahm auf “Sesseln” in heller Farbgebung Platz. Urgemütlich! Gemütlich war er auch im Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit. Da blinkten die LKW-Fahrer auch schon mal, wenn man nach ca. 3 Minuten Überholvorgang endlich vorbei war und wieder einscheren konnte. War halt nicht der Schnellste. Viel weiß ich nicht mehr, aber auf einem Parkplatz wurde mal eine Scheibe eingeschlagen (Ersatz bei DB war kein Problem). Und der Glühkerzenwechsel war wegen der Preise für diese Dinger auch nicht gerade kostengünstig. Nachdem die Bremsen irgendwann hin waren, wurde der Wagen in einer letzten Fahrt (ohne Bremsen!) dem neuen Besitzer überstellt. Judenglicher Leichtsinn: es gab keinen Kaufvertrag, so dass ich kurze Zeit später Post erhielt, aus der hervorging, dass ich meinen Schrott doch bitte aus dem öffentlichen Straßenverkehr entfernen solle. Aus Schaden wird man klug …
Wagen Nummer 3 war ein VW Käfer 1302 in weiß (zumindest in großen Teilen). Ein Auto zum Schrauben. Da konnte man das auch noch. Auch wenn man beim Zündkerzenwechsel regelmäßig fluchte. Leider starb der Wagen, als ein LKW-Fahrer diesen auf der Straße übersah und kaltverformte. Mein Faible für diese Fahrzeuge war allerdings geweckt …
… und somit war der nächste Wagen natürlich wieder ein Käfer. Diesmal allerdings ein 1200er aus den Achtzigern. Dieser hatte mit seinem doch eher serienmäßigem Vorgänger nicht mehr viel gemeinsam. Er war tief und hart wie ein Brett dank (eigentlich verstellbarer) Vorderachse. Die einzige Federung fand im 50er Querschnitt der Reifen statt. Die Farbe stammte vom Golf 2 Special. Sämtliche Teile waren lackiert. Das Interieur wurde mit Recaro-Sitzen aufgewertet. Einige Motoren fanden Verwendung – von 34 bis 50 PS war alles mal verbaut. An einer Ampel kippte mal ein Rollerfahrer um und zerstörte mir einen der schwarzen “Elefantenfüße” sowie den Kotflügel. Und zu guter Letzt stellte man mir bei einer Routinekontrolle eine Mängelkarte aus, auf der kaum alle Dinge Platz fanden. Die 7 Tage Frist verstand ich mehr als Witz und so wurde der Wagen abgemeldet. Die neue Freundin und ein kleines Kind waren ausschlaggebend, sich nach einem anderen Wagen umzusehen. Denn Kleinkind und ein Käfer ohne Heizung passen irgendwie nicht zusammen. Der Käfer ging …
… und ein total bodenständiger 1992 BMW 316i (E36) kam mit seinen 4 Türen als familientaugliche Limousine ins Haus bzw. auf den Parkplatz. Ein typischer Nullausstatter. Denn bis auf die Nebelscheinwerfer und Alufelgen, die auf dem Bild zu sehen sind, hatte er keinerlei weitere nennenswerte Ausstattung. Als dann erste technische Probleme auftraten und der Motor merkwürdige Geräusche machte, wurde der Wagen rasch nach Belgien verkauft, da die Preise, die BMW für Reparaturen aufrief, nicht zu unserem Budget passten.
Trotz einer Körperlänge von über 1,90 m trauten wir uns einen 1996 Renault Twingo zu kaufen. Dieser hatte zwar schon fast 200.000 km runter (Langstreckenfahrzeug), konnte aber durch seinen neuwertigen Zustand überzeugen und auch die Probefahrt verlief ohne Beanstandungen. Die reichhaltige Ausstattung trug ebenfalls zur Begeisterung bei: Faltschiebedach, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber, eben fast alles, was die Aufpreisliste damals hergab. Die verschiebbare Rücksitzbank erwies sich im Alltag als sehr praktisch, das Faltdach vermittelte Cabrio-Feeling und die Höchstgeschwindigkeit war nicht zu verachten. Dann gab es auf der Landstraße einen Knall und der Motor verabschiedete sich ohne Vorwarnung.
Es folgte ein kurzes Intermezzo mit einem weiteren eckigen VW Passat Variant aus den 80ern, der aber mehr als Übergangslösung gedacht war und sich in einem grausamen optischen wie technischem Zustand befand. In die Erinnerung eingebrannt hat sich, dass der Dachhimmel mit bestimmt 50 Heftzwecken daran gehindert wurde, auf die Passagiere zu fallen. Bilder gibt es zum Glück keine!
Dann folgte eines der in vielerlei Hinsicht besten Fahrzeuge, dass wir je besessen haben, ein 1994 VW Golf 3 mit dem bekannten 1,8 Liter Motor, der 90 PS leistete. Das haltbarste Aggregat, das ich kenne! Die Ausstattung war riesig, es gab elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, eine Klimaanlage sowie eine Sitzheizung für die beiden Vordersitze. Die abnehmbare Anhängerkupplung erhöhte den Nutzwert entsprechend und kam sogar von Zeit zu Zeit zum Einsatz. Eine dezente Tieferlegung und Alufelgen verliehen dem Golf ein etwas sportlicheres Aussehen. Dazu kamen noch die damals obligatorischen Scheinwerfer im Golf 4-Look. Den hatten wir lange Zeit. Auch als das Getriebe anfing sich mit Geräuschen bemerkbar zu machen. Irgendwann wurde er dann verkauft, ein Kombi sollte her. Dazu später mehr.
Erst muss noch dieser Opel Corsa A erwähnt werden, der mit seiner stylischen Zweifarblackierung als “Winterhure” herhalten musste, damit der Golf in der verschneiten Voreifel nicht Gefahr lief irgendwo anzuecken. Die sagenhaften 45 PS reichten vollkommen aus, um im Winter von A nach B zu kommen und uns nach dem Winter auch schnell wieder zu verlassen .
Ein 1994 Ford Mondeo Turnier war das neue Objekt der Begierde. Schwarz, schön ausgestattet und mit 115 PS ausreichend motorisiert. Der optische Eindruck war super, der Wagen hatte erst 85.000 km gelaufen. Auch die üblichen Mondeo – Mängel wie gelbe Scheinwerfer oder gerissene Heckstoßstange waren bei diesem Wagen nicht zu entdecken. Die Klimanlage kühlte, die elektrisch zu betätigenden Fenster fuhren rauf und runter – alles in Ordnung. So schien es zumindest. Im Alltagsbetrieb machte der Mondeo eigentlich eine gute Figur, der Nutzwert war dank des riesigen Kofferraums groß, die Fahrleistungen überzeugend. Dann traten erste Mängel mit der Wegfahrsperre auf. Zeitweilig wollte er nicht angehen, aber schlimmer war, dass er einfach ausging. Das ist zum Einen peinlich, wenn man gerade auf einer belebten Kreuzung steht, abbiegen möchte, den Gegenverkehr durchlässt und man dann weder fahren noch den Wagen wieder starten kann. Zum Anderen ist es auch gefährlich, wenn man gerade in der Eifel Serpentinen runterfährt und in der Kurve der Wagen ausgeht und somit auch die komplette Servounterstützung für Lenkung und Bremse weg sind! Ein Besuch bei Ford verhieß nichts Gutes. Also kurzerhand den Wagen zurück zum Händler gebracht.
Es folgte eine kurze Zeit mit einem weiteren 3er Golf (60 PS ), der aber schnell wieder verkauft wurde.
Nun folgte ein weiterer Wagen, der mir – nachdem er repariert war – sehr viel Freude bereitete: ein 1989 VW Golf 2 GTI 16V Special. Der Wagen befand sich bis auf Kleinigkeiten in unverbasteltem Originalzustand. Es handelte sich um die Variante mit PL-Motor und KAT, der somit 129 PS leistete. Wie oft haben Leute diesen Wagen unterschätzt! Und genau so oft hatte ich Spaß damit! Die Begeisterung meiner Frau hielt sich mangels Servolenkung in Grenzen, was unter anderem ein Verkaufsgrund war. Der Wagen ging an einen begeisterten Fan in den Münsteraner Raum und ich hoffe, es geht dem Golf gut. Er sollte im Originalzustand bleiben und bei Youngtimerrennen (Slalom) eingesetzt werden. Eines der wenigen Fahrzeuge, dessen Verkauf ich im Nachhinein bereut habe.
Ein paar Tage oder Wochen kam ein weiterer 2er Golf zum Einsatz, der aber mehr als Übergangslösung diente.
Es folgte ein weiterer Wolf im Schafspelz: ein Opel Kadett Club Caravan. Soweit nichts Besonderes, aber unter der Haube saß ein 2 Liter-Motor mit 115 PS. Nur das dies beim Kombi nicht GSI heißt, die Versicherung wesentlich günstiger ist und man es wie schon erwähnt nicht vermutet. Auch bei diesem Fahrzeug haben viele Verkehrsteilnehmer die Leistung unterschätzt. Es ist einfach schön mit alten Autos durch die Gegend zu fahren, die nach Nichts aussehen, aber richtig was können! Ein Motorschaden vereitelte auch hier weitere Freuden.
Schnell musste ein Ersatz her, um die weitere Mobilität zu gewährleisten. Zufällig gab es einen weiteren Opel Kadett Kombi. Dieser hatte mit seinem Vorgänger nichts gemeinsam. Die 60 (in Worten: sechzig) PS waren mit dem relativ großen Gefährt mehr als überfordert. Wenn dann der Kofferraum auch noch zweckmäßig genutzt wurde, wollte man schon die Bodenbleche rausflexen, um Fred-Feuerstein-mäßig vorwärts zu kommen. Ein schlimmes mit Mängeln vollgestopftes Stück Kunst deutschen Automobilbaus. Grausam. Hielt zum Glück nicht lang und schaffte immerhin noch anstandslos den Weg zu einem unserer türkischen Mitbürger, der sage und schreibe ganze 45 Euro dafür springen ließ. Na toll!
Als nächstes Fahrzeug kam dann ein 1994 Ford Escort Saphir zum Einsatz. Fast 90 PS reichten dem 2-Türer, um angenehm von A nach B zu kommen. Insgesamt ein recht brauchbares Auto – bis auf die fordtypischen Schwächen, wie die Elektrik und schnell rostende Auspuffanlagen. Die Ausstattung bei diesem Sondermodell war allerdings sehr schön. Der Verkauf stellte sich allerdings schwierig dar, es gab diverse Probleme.
Nach einer Zeit ohne fahrbaren Untersatz lief uns dieser 1998 Opel Corsa B “Fresh” über den Weg. Das Sondermodell Fresh verfügt über eine Klimaanlage und wir waren sehr froh, dass es sich um einen 60 PS-Corsa handelte, denn wenn die besagte Klima eingeschaltet war, fuhr der Wagen, als ob er nur den 45 PS-Motor verbaut hätte. Die Geschichte zum Verkauf ist allerdings richtig spannend, volles Programm inkl. Gerichtstermin. Dazu dann mehr in der Einzelpräsentation.
Zu guter Letzt folgte ein 1995 Saab 9000 CSE. Der Wagen stand bei einem Bekannten rund 1 Jahr auf dem Hof und wir befreiten ihn von seinem langen Winterschlaf. Es gab nach dieser langen Standzeit einige Problemchen, die wir nach und nach ausmerzten. Der 2,3 Liter Turbomotor lief dann auch ganz gut, auch wenn er noch nicht die vollen 200 PS zu leisten schien. Da es sich um das damalige Topmodell aus dem Hause Saab handelte, war die Ausstattung entsprechend reichhaltig: Ledergestühl (vorne elektrisch verstellbar und beheizt), Klimaautomatik, Bordcomputer, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, usw., usw. Da die Langstrecke wegfiel, er sich im Stadtbetrieb zuviel des teuren Supers nahm, sollte er uns wieder verlassen. Am Wochenende der Aufbereitung und der angestrebten Inseration verunfallte er allerdings. Wir waren Schuld, der Saab platt und so wurde er im April 2009 für kleines Geld zum Ausschlachten verkauft – schade.
Für einen Führerscheinbesitz seit 1990 sind das doch garnicht so viele Wagen, oder?
Allerdings fuhr ich zwischendurch ja auch Autos, die mir nicht gehörten, einige nur kurz, andere auch über einen längeren Zeitraum. Da gab es z. B. mehrere Renault (Twingo, 21, Clio, Espace V6, 19 Cabriolet), einen 1993 Toyota MR2 (einfach nur geil mit dem Mittelmotor!), einen 1993 BMW 325i, einen 1994 BMW 740i, einen Porsche Boxter sowie einen schwarzen 911 Carrera 2 (996?) und leihweise auch ein paar US-Cars wie z. B. einen 1956 Chrysler Imperial, einen Ford Crown Victoria in Police-Car-Aufmachung, ein 1958 Oldsmobile sowie einige VW Touareg, Audi A4, A6 und Q7.
Sicherlich habe ich noch einige Fahrzeuge vergessen, aber das sind jetzt mal die, die mir eingefallen sind!


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