Vereiste Scheiben

Als ich gestern am frühen Morgen unsere Tochter zu Fuß zum Kindergarten brachte, war ich ob der eisigen Temperaturen doch etwas verärgert, dass wir aktuell kein Auto besitzen. Beim Anblick der nachbarlichen Fahrzeuge war der Ärger allerdings schnell wieder verflogen: vereiste Scheiben wohin man auch sah.

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Die Cleveren hatten sich so Matten an die Scheiben gepackt, die Halbcleveren hatten immerhin noch die Scheibenwischer hochgeklappt. Kratzen war angesagt. Dabei lassen sich immer ganz unterschiedliche Enteisungstypen beobachten:

1. Der Vorbereitete
Professionelles Equipment (Handschuh mit integriertem Kratzer) wird aus der wohltemperierten Jackentasche gezogen. Die Kratztechnik ist einwandfrei und die Scheiben werden natürlich vollständig vom Eis befreit. Einsteigen, Motor starten, Abfahrt.

2. Der Unvorbereitete
Wie jedes Jahr vom Wintereinbruch überrascht steht er vorm Auto. Der Eiskratzer liegt neben dem Türschloßenteiser im Kofferraum, der natürlich auch zugefroren ist. Mit einem Feuerzeug wird der Schlüssel mehrfach erhitzt und ins Schloß gesteckt. Nach diversen Versuchen ist die Türe geöffnet. Die Howard-Carpendale-Kassettenhülle muss als Eiskratzer-Ersatz herhalten, mit dem die Scheiben notdrüftig vom Eis befreit werden. Nach einigem Anlasserorgeln springt der Wagen an und er fährt nach einer kurzen Wartezeit los.

3. Der Faule Eilige
Fernbedienung gedrückt, Türe auf, einsteigen, Motor starten, Heizung auf volles Rohr! Scheibenenteiserflasche gegriffen und das Fahrzeug großzügig eingesprüht. Einmal den Scheibenwischer betätigen, Abfahrt!

4. Der Sparsame
Ein Guckloch wird in der Scheibe freigekratzt. Motor an und wie ein Panzerfahrer geht es los. Die ersten paar Meter muss immer mal wieder angehalten werden, um das ständig zufrierende Loch wieder freizulegen.

5. Der Clevere
Blick aus dem Fesnster und Erfassen der Situation. Fernbedienung gedrückt. Während die Standheizung werkelt noch in Ruhe die Tasse Kaffee leeren. Einsteigen, Motor und Sitzheizung an, Abfahrt.

Sicher gibt es noch weitere Typen oder Kombinationen aus dem oben beschriebenen. Oliver ist zum Beispiel der Motorlaufenlasser – ich zugegebenermaßen auch.

Welcher Typ seid ihr?

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13 Responses to Vereiste Scheiben

  1. hans says:

    scheibenheizung heisst das zauberwort. innerhalb von 30 sekunden ist alles frei. die spiegel natürlich auch… ;-)

  2. Marco says:

    Das geht ja fix …

  3. Jens says:

    Ich bin eine Mischung aus 2 und 3 …

  4. Der Sven says:

    Ich oute mich: Typ 1 ;-)

  5. Irgendwie ein bißchen gemischt. :)
    Türschloßenteiser steckt selbstverständlich in der Jackentasche, dann werden die Scheiben mit Enteiser eingesprüht und los gehts.

    Da vermisse ich den Lkw – Standheizung programmiert und wenn ich zur Arbeit kam waren die Scheiben frei, Motor und Innenraum vorgewärmt……

  6. Will Sagen says:

    Ich parke dicht vor der Garage und stelle morgens einen Heizlüfter für ne halbe Stunde ins Auto. :)

  7. Marco says:

    @Jens: aha

    @Sven: aha!

    @Uwe: Tausch Deinen Wagen gegen einen LKW ;-)

    @Will: auch eine interessante Variante :-)

  8. Martin says:

    Seit zwei Monaten Typ 6: Der Tiefgaragenparker :D

  9. Marco says:

    Mensch Martin, das gilt nicht. ;-)

  10. opatios says:

    Auch: Mischung aus 2 und 3. Muss jedes Mal beim ersten Mal “Scheiben dicht” erstmal das Enteiserspray unterm Fahrersitz vorkramen. Aber ich lass dabei wenigstens nicht den Motor laufen!

  11. Marco says:

    Hmm, doch einige “Mischungen” hier …

  12. Martin says:

    @opatios: Den Motor nicht laufen lassen aber mit Scheibenchemie in der Umwelt rumsauen, vielleicht solltest Du Deine Einstellung dazu mal überdenken.

    Ich lasse definitiv meinen Motor warm laufen!

    Die Kaltlaufphase ist eine Katastrophe für jeden Motor, und die Faustregel besagt, je größer der Motor desto länger warmlaufen lassen.
    Gut, ich sollte hier zwischen PKW und Bus unterscheiden. Beim PKW fahr ich im Sommer und im Herbst “nach Geräusch” los, die Stößel müssen aufgehört haben zu klappern und der Motor muss fühlbar “rund” laufen. Das ist so nach 10-30 Sekunden der Fall. Im Winter mit Scheibekratzen läuft der Motor auch schonmal 2-3 Minuten, und ich behaupte mal dass selbiger, wenn man dann losfährt, erheblich weniger Schadstoffe ausstößt als wenn man nach 2 Motorumdrehungen gleich Gas gibt.

    Der Bus läuft locker mal 5 Minuten bevor ich fahre, das ist mit 12L Hubraum aber auch nicht zu wenig, sonst schmiert das Öl überhaupt nicht.

    Fazit: Dass neben den Abgasen auch noch die Lebensdauer des Motors zur Umweltverträglichkeit beiträgt (Entsorgung, Neubau, Ersatzteilproduktion), lassen viele ausser Acht. Ich nicht, ich bin bekennender Warmlaufen-lasser!

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