Gestern war es soweit: meine Frau hatte wieder die Spätschicht und ich die ehrenvolle Aufgabe, mir zu überlegen, was ich der hungrigen Meute am Abend wohl auftischen werde. Das ist gar nicht so einfach, wie man meinen möchte. Was das Essverhalten angeht, spaltet sich unsere Familie nämlich in zwei Lager: die Allesesser und die Pingeligen. Zur ersten Kategorie zählen unser Sohn und meine Frau, die wirklich fast alles essen, was man so essen kann. Unsere Tochter und ich sind Mitglied in Gruppe 2, wobei unsere Tochter sicherlich sehr extrem ist, weil sie kaum etwas isst (sei es mengen- und / oder geschmackstechnisch. Das gestaltet das ganze Unterfangen entsprechend schwer.
So hole ich gestern unsere Tochter aus dem Kindergarten ab und wir begeben uns zum Kinderarzt (komischer Typ, aber das ist noch eine andere Geschichte). Dann begeben wir uns Richtung Heimat, laden die Kindergartentasche ab und die Tüte mit Leergut auf. Im Discounter nebenan wirft die Kleine die Flaschen ein (auf Zehenspitzen stehend), drückt den Knopf und zeiht den Leergutbon. Ich organisiere einen Einkaufswagen mit unserer Geheimwaffe (auch dazu irgendwann mal mehr), hänge die Tasche an den dafür vorgesehenen Haken und setze das Töchterlein in den Wagen.
Wir betreten den Laden. Gekonnt greife ich nach Mineralwasser und Kondensmilch. Hab ich ja schon oft genug gekauft. Doch dann wird es schwerer. “Wo haben Sie denn diese … ähm … Lebensmittel, die man zum Kochen braucht?”, schwirrt es mir durch den Kopf. Natürlich stelle ich die Frage niemanden – selbst ist der Mann! Es folgen 30 (!) Minuten des Hin- und Herirrens, Diskussionen mit meiner Tochter, Sachen erst in den Einkaufswagen und kurze Zeit später wieder ins Regal legen. Letztendlich kaufe ich Nudeln (normale und Spaghetti), Kartoffelpüree, Sauerkraut, Soßenzeugs und Minutensteaks. Letztere, weil mir der Name eine mirkowellenähnlich schnelle Zubereitung suggeriert.
Zu Hause angekommen räume ich das Gekaufte in die Schränke. Mein Plan für den Abend: Kartoffelpüree mit Suaerkraut und Minutensteaks mit Sosse. Unsere Tochter ist zwei Brote und ich sitze am Rechner und google Minutensteaks. Das hätte ich besser nicht getan. Ich lande in einem Forum und lese seitenweise Diskussionen, wie man diese am besten zubereitet ohne das sie zäh, trocken oder sonstwas werden. Ich bin leicht verunsichert, als unser Sohn nach Hause kommt. Er hat Hunger, macht sich die Reste vom Vortag warm. Damit haben beide Kinder schon gegessen (unsere Tochter isst im Kindergarten warm). Meine Rettung.
Meine Frau ruft an, ich erzähle von den Geschehnissen und wir stimmen überein, dass sich das stundenlange Kochen nur für uns zwei nicht lohnen würde. Sie bringt Pizza mit.
Somit war der gestrige Tag gerettet. Aber heute bin ich dran. Ich werde berichten – wenn es sein muss, bebildert!


Pingback: Ooroon Bai