Für die, die ungern lange Texte lesen, hier die Kurzform:
Ich besuchte das erste Mal ein Fussballspiel im Stadion, “unsere” Mannschaft hat gewonnen, ich hab Rücken und weiß nun, dass dies auch gleichzeitig mein letzter Besuch in einem Fussballstadion war. Ende.
Hier nun die längere Version für die, die es interessiert:
Ich wurde – wie berichtet – eingeladen, ein Spiel des ortsansässigen Fussballvereins zu besuchen. Wie ebenfalls berichtet, ist Fussball nicht mein Thema, aber da unser Sohn es geschenkt bekommen hatte, ging ich mit.
Anpfiff sollte um 14.00 Uhr sein. Mein Fast-Schwager holte uns zeitig ab, später sollte ich erfahren, warum wir fast eine Stunde vor Spielbeginn losfuhren, obwohl das Stadion nur in nur 5 Minuten mit dem Auto zu erreichen ist – unter normalen Bedingungen. Wir parkten in einiger Entfernung zum Tivoli (so heißt das Stadion in Aachen), was uns zwar einen kleinen Fussmarsch, aber später auch einen gewissen Vorteil bei der Abfahrt bescherte. Der Schwager in spé bot unserem Sohn ein T-Shirt Trikot des Vereins an, welches er sich flott überwarf. Der Schwager himself dekorierte sich mit Schal und Cap und wir wanderten los, an sich mit weniger als Schrittgeschwindigkeit bewegenden Autokolonnen vorbei, der teilweise Bier trinkenden Menge hinterher.
Auf dem Weg zur Einlasskontrolle kaufte mein Schwager (das “in spé” spare ich mir im weiteren Teil des Textes, da die Hochzeit beschlossene Sache ist) noch zwei Vereinszeitungen (eine für unseren Sohn, eine für sich). Es folgte die Leibesvisitation am Eingang. Meine Geldbörse, der Haustürschlüssel, die Zigaretten samt Feuerzeug sowie meine Kamera wurden wohl nicht als Wurfgeschosse angesehen und da die restliche Befummelung ergebnislos blieb, durfte ich passieren. Zwei Meter weiter die Karten vorgezeigt und schon waren wir drin. Das ging ja fix.
Da unser Sohn zusätzlich zum Besuch des Spiels noch eine Bratwurst versprochen bekommen hatte, immer hungrig ist und die Geduld einer Eintagsfliege kurz vor Ablauf der 24 Stunden hat, suchte er mit dem Schwager die entsprechende Wurstbratbude auf. Nach dem er den Senf überall hatte, sogar rund 10 % davon auf der Wurst, drängten wir uns auf der Treppe mit vielen anderen Fans zum M-Block. Oben angekommen drückte uns ein junge gelbe Tüten des Vereins in die Hand, die beim Einlaufen unserer Mannschaft hochgehalten werden sollten. Wir ergatterten Stehplätze recht weit oben, die einen guten Überblick verschafften. Außerdem lagen sie direkt geneüber der einzigen Leinwand, was auch sehr angenehm war. Die Spieler machten sich gerade warm, um dann kurze Zeit darauf den Rasen zu verlassen.
Die Ausgangssituation (für die, die es interessiert – sonst einfach diesen Absatz überspringen):
Alemannia Aachen belegte Platz 8 in der Tabelle, Greuther Fürth immerhin Platz 2 – also einen Aufstiegsplatz. Wohl ein schwerer Gegner, so meine Vermutung. Und das, wo ich meinen Schwager schon bedroht hatte, dass bei meinem ersten Besuch eines Fussballspiels die eigene Mannschaft doch besser siegen sollte. Insgeheim war es mir natürlich gänzlich egal.
Kurz vor 14.00 Uhr, die Mannschaften laufen ein. Ein Heer gelber Tüten am Himmel. Sah auf jeden Fall witzig aus. Die kleine Ecke mit den wenigen Fürthern, die die weite Anreise auf sich genommen hatten, ging fast unter.
Zur Pause steht es 0:0 – Gott wie spannend. Einige Stehplätzler nutzen die Gelegenheit, um eine Stange Bier zur Toilette und Nachschub zur Tribüne zu bringen. Dieses einmalige Überangebot an Platz wird genutzt, sich unter Schmerzen im Kreuz auf den Allerwertsten fallen zu lassen. ‘Hoffentlich komm ich wieder hoch’ schoß es mir durch den Kopf. Unser Sohn fragte noch kurz, wie viele Halbzeiten es noch gäbe (!), denn er wurde langsam ungeduldig. Langeweile machte sich bei ihm breit. Vielleicht sind 2 Stunden auf der Stelle stehen einfach nichts für ihn. Wir klärten ihn kurz auf, dass die Antwort bereits in der Frage steckte und nachdem die Biertrinkerfraktion zurückkehrte, brauchte ich zwei Anläufe, um mich wieder hinzustellen.
Die Mannschaften kehrten zurück und diesmal spielte unser Verein auf das direkt vor uns befindliche Tor. So langsam kam die Alemannia in Wallungen, es gab einige Torschüsse, aber keine Treffer. Der Schiedsrichter hatte wohl gerade eine neue Pfeife geschenkt bekommen, die er neben der gelben Karte gerne und oft einsetzte. Die nächste Frage unseres Sohns: “Was ist in dem Koffer drin?” “Da ist das Geld für den am Boden liegenden Spieler drin, der uns einen Freistoß verschafft hat.” entwich es meinen Lippen, aber der Schwager klärte über die Tatsachen auf.
Greuther Fürth wechselte ein paar Spieler aus. Als Aachen dies auch tat, tobte die Menge, was ich als Unwissender nicht verstand. Der Name des eingewechselten Spielers wurde gegröhlt und mein Schwager klärte mich auf, dass der Spieler ein ganz Toller ist. So war es denn auch, denn Oussalé rannte jedem Ball hinterher und schoß dann auch noch das 1:0 für Aachen. Die Menge flippte aus!
Es blieb beim 1:0 und als dann auch noch die Nachspielzeit von 2 Minuten rum war, verließen die ersten Fans direkt das Stadion. Unsere Taktik, noch ein wenig zu bleiben, sich zu setzen und den 1. Schwung abzuwarten, ging nicht auf. Als wir uns zum Ausgang begaben, schoben wir uns in einer Menschenmenge in Tippelschritten Richtung Ausgang. Jedoch nicht ohne am Fanshop-Wagen zu halten und ein Cap zum Sonderpreis zu erwerben.
Draußen waren die Straßen verstopft. Wir traten unseren Fußmarsch zum Wagen an, liefen dabei an der Baustelle des neuen Stadions vorbei, sahen 3 Jugendliche, die über den Bauzaun gehüpft waren, um sich das Ganze aus der nähe anzuschauen. Leider übersahen sie den Security-Mitarbeiter – dumm gelaufen. Wir erreichten den Wagen und konnten ohne Stau die Heimreise antreten.
Fazit:
Alemannia einen Platz rauf, Greuther Fürth einen Platz runter in der Tabelle.
Ich gehe nicht mehr in ein Stadion, da zwei Stunden stehen nicht gut für meinen Rücken sind.
Unser Sohn geht nicht mehr in ein Stadion, da er keine zwei Stunden aushält.
Meine Kamera is zu klein. Was konnte man da für riesige Apparate sehen.
Die Besatzung des in der Nähe stationierten ADAC-Hubschraubers hat auf dem Rückflug zur Basis die Gelegenheit genutzt, um ohne Eintrittskarten das Spiel zu verfolgen. Zumindest die paar Minuten, in denen sie rund zwei mal recht langsam über dem Stadion kreisten.
PS: Sollte aufgrund des Titels jemand gedacht haben, hier irgendetwas zum Thema Sex vorzufinden, so hat er sich getäuscht. Und nur Schweinkram im Kopf.
PS2: Aufgrund von Rückenschmerzen werde ich mich jetzt wieder flach hinlegen und nicht Korrektur lesen. Gefundene Rechtschreibfehler dürfen behalten werden.


Tze tze tze, Rückenschmerzen, wenn ich sowas schon lese… (naja, aus dem Grund verfolge ich Fussball am Fernseher und gehe nur noch selten ins Stadion, auch wenn ich daran wohl Spaß habe).
Was hast Du gegen meine Rückenschmerzen? Kämpfe ich schon ewig mit …
ES gibt auch Sitzfussball bei uns im Altersheim.Interesse???
)
Bist Du der “Stürmer”?
Deshalb spiele ich Fussball auf meiner xBox. Aber Spass beiseite: Toller Bericht
Ne Torwart
@Maik: danke!
@geli: Treffen die doch eh nicht …