Nach dem leider nur 3-türigen Golf sollte ein Kombi her. Warum auch immer entdeckten wir bei einem Händler im Ort einen schwarzen Ford Mondeo Turnier der ersten Baureihe. Der Kombi machte einen sehr gepflegten Eindruck, was auch zur geringen Laufleistung von nur 85.000 km passte. Mondeo-typische Mängel wie z. B. vergilbte Scheinwerfer oder gebrochene Heckstoßstangen waren nicht zu entdecken. Das Interieur wies auch keine auffälligen Abnutzungserscheinungen auf. Die Ausstattung war insgesamt gut. So gab es eine Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und eine Klimaanlage. Dies alles funktionierte auch einwandfrei. Der 1,8 Liter Benziner hing mit seinen 115 PS schön am Gas und der Nutzwert war einfach riesig dank des voluminösen Platzangebotes im Fahrgast- sowie Kofferraum. Und somit war nach einer Probefahrt der Deal perfekt.
Natürlich gab es einen Haken, denn sonst hätten wir den Wagen ja noch:
die Wegfahrsperre. 1994 verbaute man wohl noch diese Varianten, bei denen man eine Art Schlüssel an ein Gegenstück am Armaturenbrett halten musste. Dann hatte man ein kurzes Zeitfenster, um schnell den Schlüssel ins Zündschloß zu stecken und zu starten. Diese Dinger gab es auch in 94er VW und sicherlich noch bei anderen Herstellern.
Ansich alles kein Problem, wenn diese Wegfahrsperre nicht irgendwann ein Eigenleben entwickelt hätte. So kam es vor, dass sie sich einfach im Fahrbetrieb aktivierte, was bedeutete, dass der Motor ausging, man den Schlüssel ziehen musste, um mit dem schwarzen Plastikding das Gegenstück zu berühren und dann einen erneuten Startversuch hinzulegen. Peinlich, wenn einem das auf einer belebten Kreuzung passiert und man 10 Minuten lang den Wagen nicht starten kann, gefährlich, wenn es einem bei der Serpentinenfahrt in der Eifel passiert und auf einmal jegliche Servounterstützung fehlt!
Wir wurden bei einer Fordwerkstatt vorstellig, bekamen eine riesige Zahl an den Kopf geworfen und der Wagen ging zum Händler zurück. Wohl nicht die schlechteste Entscheidung, denn im Nachhinein erfuhren wir von weiteren kostspieligen Mängeln.
Aber das bedeutete nicht, dass wir nun ohne fahrbaren Untersatz waren, doch dazu mehr im nächsten Teil.


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