Schon immer träumt der Mensch von vom Fliegen. Als Kind habe ich Bücher darüber gelesen, mit meinem Vater Museen besucht, später mit dem Einzug des Computers in die heimischen vier Wände folgten dann diverse Flugsimulatoren. Geprägt durch das Fernsehen der 80er Jahre haben es mir besonders die Drehflügler angetan. Airwolf, Blue Thunder und weitere haben ihren Teil dazu beigetragen.
Praktisch, wenn man in der Nähe einen kleinen Flugplatz hat. Merzbrück wird von Segelfliegern, Ultraleichtpiloten und Fliegern einmotoriger Flugzeuge genutzt. Einige fliegende Oldtimer sind hier ebenso beheimatet, wie auch der bereits erwähnte ADAC-Hubschrauber.
Von Zeit zu Zeit fuhren wir am Wochenende mit den Kindern nach Merzbrück, um die dort startenden und landenden Flugzeuge zu beobachten. Auch die ein oder andere Flugshow wurde besucht. Außer bei diversen Linienflügen im In- und Ausland – natürlich nur als Passagier – konnten sonst keine fliegerischen Erfahrungen gesammelt werden.
Mein ehemaliger Chef war im Besitz einer Privatpilotenlizenz. Damit diese nicht verfällt, muss man diverse Flugstunden pro Jahr absolvieren. So kam es, dass er eines Tages meinte, ein paar Luftaufnahmen unserer Objekte würden sich in den Exposés gut machen. Somit wurde ich eingeladen mit ihm zu fliegen, um die Bilder zu machen.
[inspic=249,left,fullscreen,thumb]Am Flugplatz angekommen wurde ihm eine Maschine zugeteilt, die wir dann kurzerhand aufsuchten. Ich erinnere mich, dass wir über die Tragflächen einstiegen. Demnach muss es ein Tiefdecker, ergo eine Piper gewesen sein, wie sie auf dem Bild zu sehen ist. Eine viersitzige Maschine mit bequemer Bestuhlung und einer Lenkradähnlichen Steuervorrichtung (kein Knüppel, wie er in kleineren Maschinen zu finden ist). Ich entdeckte die daran befindlichen roten Knöpfe und unweigerlich schweifte mein Blick Richtung Unterseite der Flügel. In Ermangelung an Raketen konnte es sich nicht um Feuerknöpfe handeln. Sie dienten lediglich der Steuerung des Funks (intern / extern).
Endlich in der Luft kreisten wir über Aachen und fotografierten die Objekte. Keine leichte Aufgabe. Schon mal versucht, sich von oben zu orientieren? Da gab es noch kein Google Earth, mit dem man hätte üben können. Als mein damaliger Chef auch ein paar Fotos machen wollt, kam die Ansage: “Übernimm du mal.” Ja nee, is klar. Ich griff nach dem Steuer und schon ging es los. Die meisten Instrumente kannte ich noch aus dem Flugsimulator. Allerdings muß man sich an die Steuerung doch gewöhnen, denn als er meinte “Dreh mal nach links”, machte ich dies und drehte das Steuer. Und die Maschine flog nach links. Leider aber auch nach unten, denn ich hatte nicht gleichzeitig am Steuer gezogen. Also schnell korrigiert und weiter gings. Machte echt Laune. Kurz geklärt, wie die Vorfahrtsregel in der Luft lautet, als ich direkt auf einen Heißluftballon zusteuerte und dann übernahm Cheffe wieder, um das Ding zu landen.
Seit dem wäre ich gerne noch einmal selbst geflogen, aber so eine Schnupperstunde ist nicht ganz billig und die erzählen da auch zu viel, was leider von der Flugzeit abgeht. Aber irgendwann gehe ich noch mal in die Luft …


Tust du das nicht auch schon mal ohne Fluggerät
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