Nachdem mich mein erster Käfer verlassen hatte, suchte ich in aller Ruhe nach einem adäquaten Ersatz. Der sollte allerdings nicht mehr ganz so langweilig serienmäßig sein wie der Vorgänger. Also schaute ich mir diverse Käfer an und unterzog sie einer Probefahrt. Ich erinnere mich noch an einen giftgrünen Käfer mit dicken Pellen an der Hinterachse und extrem sportlichen Interieur. Auch einen Aubergine-Käfer habe ich mir angesehen. Dieser war weitestgehend original, allerdings hatte der Vorbesitzer den Motor schon ein wenig verbessert – der Käfer ging richtig gut. Warum ich den nicht gekauft habe, weiß ich nicht mehr.
[inspic=46,left,fullscreen,thumb]Was ich auch nicht mehr weiß ist, wie ich dann meinen 2. Käfer fand. Allerdings erinnere ich mich noch, wo er stand: in Holland. Also fix über die Grenze gehüpft und den Wagen besichtigt. Eigentlich hätte man den nicht kaufen sollen. Aber wie üblich trügte der Schein, ich war geblendet vom Aussehen des Wolfsburger Krabbeltier (das glaube ich aus Mexiko kam
): dicke Räder, schwarze Rückleuchten, kleines Lenkrad, Recaro-Sitze, tief wie Sau! Dazu noch das oak-grün-metallic vom Golf 2 Special – herrlich! Also gekauft und abgefahren.
Dann tauchten die ersten Probleme auf: das der Käfer tief und bretthart war verdankte er einer verstellbaren Vorderachse, die aber leider festsaß und somit auch nicht mehr verstellbar war. Dies wäre für den TÜV ein immenses Problem gewesen und so wurde die Achse in mühevoller Arbeit wieder gangbar gemacht. Auch diverse Motoren hielten Einzug und es konnten etliche Schraubererfahrungen an diesem Wagen gesammelt werden. Es folgten weitere technische Probleme und es floß einiges an Geld in den Wagen.
[inspic=45,right,fullscreen,thumb]Irgendso ein depperter Jugendlicher bekam seinen Roller an der Ampel nicht gehalten und kippte samt seines Sozius um – natürlich genau in einen meiner Elefantenfüße (Rückleuchte). Also wurden die auch mal neu gekauft. Eine Heizung gab es nie in dem Wagen. Dafür einen recht hohen Ölverbrauch. Alles in allem hatte ich viel Spaß mit dem Käfer, aber die neue Freundin samt Sprößling in dem heizungslosen und brettharten Gefährt zu befördern war eher suboptimal.
[inspic=227,left,fullscreen,thumb]Und dann kamen mir noch die Grün-weißen in die Quere, die mir eine riesige Mängelkarte austellten, um dem Praktikanten mal zu zeigen, wie man diese Tuningfritzen so richtig rund macht. Die Fristsetzung war für eine Behebung aller Punkte viel zu knapp bemessen, so dass der Käfer abgemeldet wurde und in einer Tiefgarage verschwand. Trotz der Anschaffung eines familientauglichen Wagens, wollte ich den Käfer erst nicht hergeben. Da aber Zeit und Geld fehlten und sich der Käfer durch das Stehen nicht zwingend verbesserte, wurde er dann doch verkauft. Heute bereue ich diesen Schritt. Schon mal geguckt, was heute für Kurse aufgrufen werden? Da hab ich ihn damals ja fast verschenkt. Gesehen habe ich danach nie mehr – wer weiß, was draus geworden ist …


Ich hatte auch mal einen 1200er, Bj. 75.
Das war das Übergnagsmodell mit 12V-Anlage, aber noch den kleinen Rückleuchten.
Das Bodenblech war sowas von durchgefault, dass ich ihn für 300 € an einen Bastler verkauft habe.
Heute fährt er mit neuem Bodenblech hier im Ort herum – der Besitzer hat für die komplette Instandsetzung gerade mal 700 € bezahlt – ich ärgere mich bis heute darüber zu Tode!
Ähnlich ging es mir bei meinem 85er Coupé GT Quattro mit 2,3er NG Maschine!
2 Jahre lang habe ich den Wagen technisch instandgesetzt, bis die Arbeitslosigkeit kam. Alles war gemacht, ausser die Lackierung, und somit verkaufte ich ihn für schlanke 1000 DM an ein paar jugendliche Deppen aus Bayern.
Wenn ich heute bei autoscout nach exakt so einem Audi suche, fangen die günstigsten bei 6000 € an – ich habe es noch nie (und so lange) bereut, jemals ein Auto verkauft zu haben!
Der Besitzer meines Omega 24V Caravan erfreut sich übrigens auch an meiner Pflege des Wagens – er hat diesen jetzt zum Omegator umgebaut, die paar Roststellen beseitigt und neuen Lack verpasst.
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