… ich war 2 x dort – das erste und das letzte Mal. Was für eine schwache Veranstaltung! Aber der Reihe nach:

Ein Bekannter ruft an und fragt, ob wir mal ein wenig die heiligen Hallen im Ruhrpott unsicher machen sollen. Da ich die Motorshow noch nie besucht hatte, stimmte ich kurzerhand zu. Wir suchten uns einen Freitag aus – in der Hoffnung dort nicht totgetrampelt zu werden. So weit so gut. Ein kurzer Blick ins Indernet versprach Unterhaltung pur. Phaeton geborgt und ab nach Essen.

Die Hallen öffnen um 10.00 Uhr, also möglichst frühzeitig erscheinen. Aufgrund des Verkehrsaufkommens schon mal keine leichte Aufgabe. Kurz vor zehn erreichten wir die Schlange vor den Parkplätzen. Die meisten waren bereits überfüllt. Wir wurden auf den “günstigen” 7-Euro-Parkplatz gelotst (der teure kostet 8 Euro). Geparkt und schnell die Straße überquert.

Die vor dem Eingang wartende Reisegruppe setzte sich zeitgleich mit unserem Eintreffen in Bewegung – der Stau im Eingangsbereich war vorprogrammiert. Der nächste Hammer: 2 Erwachsene = 32 Euro! (Ich rechne noch immer um, macht also rund 64 DM plus umgerechnete 14 DM für den Parkplatz = 78 DM für den Besuch einer Messe!).

[inspic=34,left,fullscreen,thumb]Trotz der frühen Anreise war es aufgrund der Massen schon schwer Fotos der Fahrzeuge zu machen. Fast jeder Wagen war abgeschlossen, bei manchen waren sogar die Türgriffe mit Tape versehen, damit das gemeine Volk bloß icht auf die Idee kommt eine Fahrzeugtür öffnen zu wollen. Einzig die Standardfahrzeuge waren offen. Aber wenn ich in einem neuen Golf Platz nehmen möchte, dann fahre ich zum örtlichen VW-Dealer meines Vertrauens (näher und billiger). Auf zur “Motorsport-Meile”. Nächste Enttäuschung. Kaum Teams, kaum Aktion – LANGWEILIG!

Kleine Anekdote am Rande: Sollte man am im Fernsehen propagierten Gewinnspiel teilgenommen haben, um einen originalen BMW 320 – Rennwagen im Wert von 50.000 Euronen zu gewinnen, konnte man sich hier die Ernüchterung abholen. Der Wagen stand in erwähnter Motorsport-Meile. Ein stinknormaler 3er mit wilder Verspoilerung, Hosenträgergurten und Kriegsbemalung. Schlecht ausgeschnittene Radhäuser gibts gratis dazu. Toll!

Der Oldtimerbereich war überseht mit Mercedes – Modellen aller Dekaden. Die wenigen weiteren Oldies gingen etwas unter. Der Tuningbereich war entsprechend übersät mit gerade der Pubertät entflohenen Führerscheinneulingen, die tonnenweise Frontschürzen, Endschalldämpfer und Beschallungszubehör für Muttis 1-Liter-Polo durch die Hallen schleppten.

Einige wenige Stände lockten mit Fahrsimulatoren – sprich, ein Sitzgestell mit Lenkrad und Pedalen, PS 2 und Flachbildschirm. Darauf zu fahren: Formel 1. Ausgenudelte Lenkräder und miese Fahrzeugeinstellungen sorgten für den Spott der Umherstehenden, da man die Hälfte der Zeit damit beschäftigt war, Schumis Boliden wieder aus dem Dreck auf die Strecke zu bugsieren. Und für diesen “Spaß” musste ich nur ein Kärtchen ausfüllen und Angaben zu meinem Namen, Alter, Wohnort, Geschlecht, Schuhgröße, Sozialversicherungsnummer, bevorzugte Beischafstellung, etc. machen. Ich freue mich schon jetzt auf die Anrufe, in denen man mir wieder den Euromünzsatz des Vatikans andrehen möchte …

Hunger machte sich breit. In weiser Voraussicht hatte ich immerhin Getränke mitgenommen. Die Preise für die angebotenen Köstlichkeiten möchte ich hier lieber nicht veröffentlichen. Für eine Wurst mit Brötchen hat es noch so gerade gereicht. Dafür gab es am Premio-Stand leckere Energydrinks für lau, so dass wir dort des Öfteren vorbeischauten ;-) Bei dieser Gelegenheit drückte mir der dort anwesende Dr. Tuning ein T-Shirt in die Hand – danke! (Zu Hause ausgepackt erneut Ernüchterung: ein viel zu kleines T-Shirt – von wegen XL. Und dann auch noch für Frauen!)

Apropos Frauen: Davon gab es natürlich auch reichlich. Bei einer bin ich mir nicht sicher gewesen, ob sie einen zu kurzen Rock trug oder ob es sich doch nur um einen breiten Gürtel handelte. Immerhin lugten unten keine Haare raus … Aber mal ehrlich, die meisten der anwesenden Hobby-Prost… Hostessen waren noch hässlicher als einige der ausgestellten Fahrzeuge, dafür aber meist aufwendiger restauriert.

Fazit:
Kaum Aktion, alles zu teuer, wenig Gratiskram (manche Anbieter wollten für ihr Werbematerial echt Geld sehen) – nie mehr wieder.
Mal sehen, auf der IAA war ich auch noch nie – vielleicht besuche ich die das nächste mal.

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