Eigene Fahrzeuge Teil 2: 1981 VW Passat Variant

Kurz nach dem Erwerb der Klasse 1b wurde der Autoführerschein angegangen (Klasse 3 oder heutzutage B). Da ich bereits ein Leichtkraftrad besaß, war der Weg zum Motorradführerschein (1a) nicht weit, also wurde sich dafür auch direkt angemeldet. Vorab: den Motoradlappen habe ich bis heute nicht. Nach der Theorieprüfung für Auto und Motorrad machte ich nur Fahrstunden für den PKW, Motorradfahren im Winter fand ich doof – im Sommer fehlte das Geld ;-) . Irgendwann war die Theorie dafür verfallen.

Zurück zum Automobilen. Die Abholung der Pappe erfolgte an meinem 18. Geburtstag morgens um 7.45 Uhr (ich war der erste “Kunde” als das Amt öffnete). Ich fuhr mit einem Bekannten hin (auf der Beifahrerseite) und auch wieder zurück (auf der Fahrerseite). Einigen Fahrten mit von Kumpels geliehenen Fahrzeugen folgte dann das unwiderstehliche Angebot. Der Friseur meiner Mutter hatte noch einen alten Passat Kombi rumstehen. Nicht gerade der Traum eines 18jährigen Führerscheinneulings, aber der Preis war dafür unschlagbar: 0,00 DM. “Hol ihn Dir einfach ab.” war die Aussage. Gesagt, getan. Am Zielobjekt angekommen erklärte sich der Preis von selbst.
VW Passat Variant 32B – grausam!

[inspic=11,left,fullscreen,thumb]Es handelte sich um einen weißen Kombi, der mal in Diensten der Ordnungshüter stand. Das Bild, welches ich nach einer (!) Stunde Suche im Netz gefunden habe, vermittelt einen ersten Eindruck. Leider gibt es keine Originalbilder von dem Wagen. Denn die Realität war schlimmer. Nach seinem Einsatz bei der Polizei wurden wohl alle Anbauten entfernt. Die Löcher im Dach wurden fachmännisch mit verchromten Blindstopfen aus dem Zubehörmarkt verschlossen – sehr chic!

Weiter im Innenraum. Das braune (bääh) Interieur wies “leichte” Abnutzungsspuren auf. Löcher im Armaturenbrett an Stellen, wo wohl mal Funkgerät sowie Schalter für die Festtagsbeleuchtung saßen, durchgesessene Sitze – das volle Programm. Von der Ausstattung sprechen wir besser nicht, denn sie war faktisch nicht vorhanden. Wofür auch – Beamte brauchen keinen Luxus ;-) . Dann fiel der Blick auf den Wählhebel der Automatik. Der freundliche Hinweis des Friseurs: “Da funktionieren nicht mehr alle Gänge.” Egal. Hauptsache dat Dingen fährt!

Eigentlich war es auch ein reines Experimentalfahrzeug. Und was haben wir experimentiert! Burnout mit Automatik: An der Ampel auf N(eutral) stellen, Vollgas und wenn das gelbe Licht erscheint, den Wählhebel in D rupfen. Zugegeben, für die verbleibenden Gänge des Automatikgetriebes war es nicht zuträglich. Irgendwann verabschiedete sich ein weiterer Gang. Die zwei verbleibenden Gänge (vor- und rückwärts) reichten noch für eine kurze Zeit der Freude.

Im Innenraum auftretender Benzingeruch führte dazu, dass ich in den letzten Tagen meist alleine mit dem Wagen unterwegs war. Um nicht irgendwann als (Achtung, Wortspielerei!) leuchtendes Beispiel für einen Feuerwehreinsatz zu dienen, führte die letzte Fahrt im ersten Gang mit recht hoher Drehzahl zum ortsansässigen Schrotthändler. Ich glaube nicht, dass dieser viel Geld aus dem Wagen ziehen konnte. Kaputte Technik, braunes Interieur – wer will das schon?

Nur 2 Monate hielt der Traum vom ersten eigenen Auto, doch ich blieb nicht lang ohne fahrbaren Untersatz. Dazu mehr im 3. Teil!

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2 Responses to Eigene Fahrzeuge Teil 2: 1981 VW Passat Variant

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